Tanz in den Mai – oder ein unvergesslicher Einkauf

Das Grafschafter Wochenblatt wurde wie immer pünktlich durch den Briefkasten geworfen. Es ist Mittwoch – aber eben kein gewöhnlicher Mittwoch! Durch die zahlreichen Angebote im Anzeigenblatt inspiriert, nutzte ich das schöne Wetter und radelte zum nächst gelegenen Supermarkt.
Was mich da erwartete, war unvorstellbar: Bereits in ca. 100 Metern Entfernung vernahm ich ein ungewöhnliches Geräusch. Es klang wie….Glas, Flaschen….Es waren Getränkekisten, die sich in den total überfüllten Einkaufswägen der zahlreichen Kunden türmten, und über den unebenen Asphalt zu den Mehrfamilienautos geschoben wurden. Jetzt fiel es mir ein: Der „Tanz in den Mai“ stand unmittelbar bevor.
Mutig tastete ich mich in den Supermarkt , und machte sogleich die nächste erschreckende Entdeckung:


Scheinbar stand uns ein sehr langes Wochenende bevor, denn sowohl das abgepackte Brot, als auch die Grillkohle waren vergriffen. Aufgeregte Kunden schienen alle eine bestimmte Grillsauce zu vermissen, und in der Chips-Ecke wurden die Kalorien nur so abgeschleppt. Mein Auftrag für diese Tour: Salat, Möhren und Butter zu kaufen. Als Shopping-Außenseiter konnte ich heute ohne Probleme in der Gemüseecke alleine verweilen und hatte Glück, statt Kräuterbutter lediglich normale Butter zu benötigen.
Der absolute Hammer war jedoch die Schlange…, nein, die Schlangen (Zweierreihen) an der Fleischtheke. Mein Herz schlug für die Mitarbeiter, die sich verzweifelt eine Bauchspeck-Vervielfältigungs-Maschine wünschten. Man hatte den Eindruck, Geld spielt keine Rolle. Massenhaft wurden Grillpakete (teilweise in zwei Tüten verpackt wegen des Gewichts) für bestimmt ca. 25 Euro und mehr verkauft. Leider war es mir nicht möglich, ein Foto von diesem Szenario zu schießen. Nachdem sich die Meute wieder aufgelöst  hatte (irgendwie gestaltete sich der Verkauf intervallartig), habe ich nur noch ein recht unspektakuläres Bild schießen können. Sollen ja auch alle unerkannt bleiben.
Der Puls stieg bei mir beachtlich an. Den Kassiererinnen war auch nicht nach „Let`s Dance“ in den Mai zumute. Die sonst so nett hergerichtete Oliven-Test-Oase war leer gefressen, und ein paar Tanz-in-den-Mai-Ignoranten bevölkerten die leckere Pasta-Ecke. Ich fragte mich, ob es allen Spontan-Einkäufern in Deutschland gerade so erging wie mir. War es nicht früher so, dass nur im Sommer gegrillt wurde? Dieses Jahr habe ich sogar Menschen getroffen, die Weihnachten gegrillt haben. Die Zeiten ändern sich, oder?  In diesem Sinne: Einen schönen Tanz in den 1. Mai!

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