Von Schokolinsen und Dorf-Apps

Heute landete eine Tüte Schokolinsen in meinem Einkaufskorb. Ich behaupte jetzt einfach mal, es sind genau die gleichen wie vor ca. 35 Jahren bei meinen Großeltern im Süßigkeitenschrank. Es gibt Produkte, die scheinen sich einfach über Jahrzehnte von alleine zu verkaufen. Kaum einer von Euch kennt denke ich den Herstellernamen PIASTEN, oder? Eine Firma, die 1923 bereits in Oberschlesien gegründet wurde. Wie schafft man es, über einen so langen Zeitraum mit seinem Produkt oder seiner Dienstleistung erfolgreich zu sein? Die Tatsache, dass es aktuell auch die Geschmacksrichtungen Vanille-Mint und Citro-Mint gibt, war mir nicht bekannt. Dennoch habe ich aus Überzeugung und ohne vorherige bunte Bewerbung dieses Produkt gekauft. Es gibt eine Unternehmens-Internetseite (http://www.piasten.com), aber von intensiven Social-Marketing-Bemühungen fehlt jede Spur. Bewundernswert!

Ja, es gibt Altbewährtes und auch Neues. So zum Beispiel die farbenfroh gestaltete Dorf-App der Samtgemeinde Emlichheim. Nein, ich will ja nicht immer meckern, aber dennoch frage ich mich: Wer braucht so eine App? Alle Inhalte/Angebote kann ich kostenfrei auch ohne diese App durchführen. Kundenbindung und Entwicklersinn in aller Ehren, aber ich Zweifel da an dem Nutzen. Immerhin müssen die Mitglieder/Teilnehmer dieser App ja auch dafür bezahlen. Rechnet sich das? Die App verspricht viele nützliche Features wie beispielsweise die direkte Anruffunktion. Ich finde es noch viel direkter, wenn ich ohne App-Umwege die regionalen Firmen anrufe. Es erwartet einen eine Fülle von Infos, Serviceverzeichnisse und und und…. aber das kann ich doch auch alles direkt bei Google eingeben, oder? Aber loben muss man den klaren und formschönen Aufbau dieser App. Technisch scheint auch alles zu funktionieren. Man bekommt auch eine Art Branchen- und Firmenverzeichnis, an diesem Produkt haben sich schon viele Printverlage die Zähne ausgebissen.

Wenn ich ein Geschäft suche, nutze ich eine SUCHmaschine. Also denke ich, dass lediglich die Personen sich diese App laden, die auch dafür bezahlt haben. Und die müssten Ihre Leistungen und Telefonnummern ja wohl kennen. Dennoch bin ich ja ein Freund der regionalen Stärke. Da die Verlage heutzutage Ihre Erlösquellen in das Internet und eben in das mobile Netz verlegen müssen, sei es auch erlaubt dort Geld zu verdienen. Wenn diese App wirklich auch zu fernen Touristen durchdringen sollte, so muss man der Uitgeverij Connect, die auch den Vechteboten herausgibt zu diesem monetären Bindungsinstrument gratulieren. Ich bin gespannt, welche Gemeinde demnächst eine Dorf-App herausbringt, oder ob der Boom abAPPt. Interessierte finden die App im entsprechenden Store unter den Begriffen „Dorf-App“ oder „SG Emlichheim“ oder „Dorf-App SG Emlichheim“.

Es gibt übrigens auch kostenfrei eine Möglichkeit der App-Erstellung. Wenn man eine eigene Fanpage bei Facebook hat, sollte man sich das ansehen. http://de.tobit.com/#Tapps29343  chayns® wird per Knopfdruck auf einer Facebook-Seite eingerichtet und damit die eigene Smartphone-App erstellt.

Tja, zum Thema ALT und NEU sei noch abschließend gesagt, dass die Schokolinsen und die Dorf-App irgendwie auch etwas gemeinsam haben: Sie bleiben im Gespräch und bei beiden Themen entscheidet der Geschmack….

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