Neujahrsempfang in Nordhorn – Stadtmarketing mit Neujahrskuchen

Neujahrskuchen, Sekt und ein verlorenes Manuskript…

Bürgermeister Thomas Berling hatte alle Bürgerinnen und Bürger sowie alle Freundinnen und Freunde der Stadt Nordhorn zum traditionellen Neujahrsempfang in die Alte Weberei eingeladen. In diesem Jahr wollte ich diesem Event zum ersten Mal beiwohnen und konnte meinen stark erkälteten Mann überzeugen, mich zu begleiten. Wir wunderten uns um 11 Uhr sehr über die Vielzahl der Besucher, wurden dann aber über eine verfrühte Zeitangabe in der Sonntagszeitung informiert (unser Exemplar wurde erst am Abend in unseren Briefkasten geworfen, daher waren wir pünktlich). Ich fühlte mich über die Facebook-Event-Einladung der Facebookseite der Stadt Nordhorn angesprochen und habe auch brav auf „teilnehmen“ geklickt. Obwohl ich mich bekanntlich in den sozialen Netzwerken sehr wohl fühle, empfand ich den persönlichen Händedruck unseres Bürgermeisters und seiner Frau Gaby als sehr angenehm. Ich konnte mir ein gemeinsames Selfie zur Freude meines Mannes verkneifen und staunte immer noch über die bereits gut gefüllte Alte Weberei. Gefühlte 1.500 Gäste schienen dort zu sein, viele Politiker und (sorry) viele ältere Leute. Auch die Stadt Nordhorn muss Marketingziele verfolgen, dazu ist natürlich so ein Event bestens geeignet. Hier kann man einen guten Eindruck hinterlassen! Mein Eindruck von der sehr engen Bestuhlung war zunächst, dass man sich zu einem Swinger-Treffen hier versammelt hatte. Ich hatte die gestandenen Feuerwehrmänner in Uniform eine Reihe vor mir fast auf dem Schoß sitzen. Aber zumindest kam man sich so etwas näher. Während in der Reihe hinter uns immer noch über die falsch abgedruckte Uhrzeit in der Zeitung geschimpft wurde, begann die Veranstaltung auf der Bühne pünktlich und mit netten Worten unseres Herrn Bürgermeisters als WarmUp. +++ Dieser Blog-Artikel ist übrigens frei von politischen Gedanken oder Gesinnungen, sondern „einfach nur so“ geschrieben +++

Harald Krebs und Dr. Michael Angrick machten den Besuchern den neuen Sportpark und das neue Frei- und Hallenbad schmackhaft. Noch ehe man den Eindruck bekommen konnte, dass es sich um eine bnn-Veranstaltung handeln konnte, lockerten die Musiker der Musikschule Nordhorn das Publikum auf.
Es folgte eine (sehr) lange Neujahrsansprache unseres Bürgermeisters. Er betonte im Nachgang sehrwohl, dass er den Kritikern der Vorjahre (da wurde eine eher zu kurze Rede bemängelt) dieses Jahr sicherlich entgegen gekommen sei.
Durchgängig fiel das Wort DANKE in der Rede von Herrn Berling. Durchgängig passend zur Rede konnte man auf den zwei großen Leinwänden stets passende Grafiken Bilder und Fotos sehen. Geschickt setzte sich der erste Mann in der Stadt so mit seinem Team bildlich stark in Szene, während er aktiv seine Worte an andere richtete. Die Themenreise startete beim alten Thema „Hallenbad“. Es folgten die Stationen „Maut“ und auch „Nordumgehung“. Emotional stark präsentiert wurde das Thema „Flüchtlinge“. Wir haben die Botschaft verstanden, dass PEGIDA bei uns keine Chance hat. Das starke Ehrenamtswesen wurde auch gelobt. Vielleicht sollte man neben Ehrenamtspass und Co. diesen Menschen noch mehr DANKE entgegen bringen. Dann ging es rund: Schienenverkehr (Heute dazu ein Artikel aus der nwz online: http://www.nwzonline.de/politik/land-will-stillgelegte-bahnstrecken-reaktivieren_a_22,0,1327332363.html ). Hier die Botschaft „Der Zug muss rollen! Schnelleres Internet, Nordhorn als Familienstadt, Ferienbetreuung und Einführung Oberschulen folgten als Rückblickthemen. Ein Slogan lautete: „Die Kinder von heute sind die Fachkräfte von morgen“. Die starke Jugendarbeit wurde gelobt und als persönliches Highlight des Jahres 2014 erzählte Herr Berling von dem Besuch bei der 111 Jahre alten Rosa Rose.
Bei der Erwähnung des vielfältigen Kulturangebots hatte ich dann aufgrund des ausgefallenen Mittagessens eher Gedanken an die versprochenen Neujahrskuchen, aber als ich hörte, dass unsere Bücherei zu den 5 besten in Deutschland gehört, war meine Aufmerksamkeit wieder hergestellt. Es folgten noch viele wichtige Punkte auf der wirklich ausführlichen Liste unseres Herrn Bürgermeisters. Ob der Marketing-Gedanke auch bei der guten Zusammenarbeit mit der Stadt Lingen wächst? Ich selbst habe immer noch das Gefühl, dass die Rivalität teilweise noch stärker ist. Wo wir Nordhorner jedoch all unser Marketing-Geschick ab morgen brauchen können ist das Thema KINO! Daher weise ich gerne noch einmal auf die Seite hin, die alle Infos enthält: www.nordhorn.de/kino
Unsere Tochter ist jetzt 12. Wäre toll, wenn sie mit Ihrem Freund in Ihrer Heimatstadt auch noch ins Kino gehen kann, wenn sie älter ist!  Große Investitionen, Schuldenabbau, Euregio-Klinik, Wirtschaftsstandort usw. – Kurz gegen Ende der Rede hatte Herr Berling einen sehr menschlichen Augenblick. Es fehlte „Etwas“ in der Rede. Angeblich war es wichtig, dann doch nicht, und dann ist das entsprechende Blatt einfach verschwunden. Es brachte eine humorvolle Pointe zur richtigen Zeit, denn die enge Bestuhlung und die verstärkten Hustenanfälle der zahlreichen Winterkranken machten sich doch bemerkbar.
Die Verleihung der Fairtrade-Urkunde für unsere Stadt Nordhorn kam meiner Meinung nach etwas zu kurz. So eine tolle Auszeichnung hätte vielleicht im Vorfeld des Prozesses in der Bevölkerung besser bekannt gemacht werden sollen. Viele meiner Bekannten wussten nichts von dieser Aktion. Die Übergabe der Urkunde habe ich als Video festgehalten (Handyvideo, ganz schön anstrengend, die Arme hoch zu halten).


Die Musikschule mit Ihrem Percussion Ensemble trennte mich nun noch von den Neujahrskuchen. Der Run auf den Sekt und das Gebäck erinnerte an Winterschlussverkauf beim Kaufhof. Es folgten tolle Gespräche mit alten Schulkameraden (Hallo Andre!), beeindruckenden Menschen (Ehepaar Vox, Nordhorner Tafel) oder XING-Kontakte, die man zum ersten Mal persönlich trifft (Hallo Herr Klokkers). Ein wenig schade fand ich, dass scheinbar der Anteil der „Muss-Gäste“, also der Leute, die sich bei diesem Event sehen lassen müssen, überwog. Gerne hätte ich auch Menschen wie ich und Du gesehen, die einfach mal hören wollten, was der Bürgermeister zu sagen hat. Vielleicht nächstes Jahr. Vielleicht kam es mir auch nur so vor.

Übrigens: Schade, dass niemand der Sekt-Schlürfer und Neujahrskuchen-Fänger den Rollstuhlfahrer bemerkt hat,  der minutenlang vergeblich zum Servicebereich vordringen wollte. Ich habe ihm einen Saft und etwas Gebäck gebracht und mich dann erst um meinen Sekt gekümmert. Vielleicht ein guter Vorsatz für einige Gäste? Netzwerk ist gut, aber Showlaufen zu viel des Guten….

PS: Falls Herr Dr. Angrick dies hier liest: Ich freue mich auf einen neuen Termin! Sie wissen schon… lassen Sie uns noch einmal darüber sprechen. Lieber selber lenken, als sich das Ruder aus der Hand nehmen lassen…
PPS: Falls Herr Berling dies hier liest: Die Kino-Geschichte sollte man via Social Media breiter streuen, auch hier können wir gerne noch mal sprechen

Viel Spaß mit einigen Schnappschüssen von heute.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s