Stellungnahme von Anja Helming vor dem längsten Spendenmarathon der Grafschaft Bentheim am 6.6.2015

füermarkusSehr gerne komme ich der Bitte nach, der Stellungnahme von Anja Helming zum längsten Spendenmarathon der Grafschaft Bentheim – Für Markus – hier einen Platz einzuräumen. Der folgende Text wurde von mir so aus einer E-Mail übernommen:

Bevor nun am Samstag der größte Spenden-Marathon der Grafschaft los geht, möchte ich einen kurzen Zwischenbericht abgeben und aus meiner Sicht erklären, was hier gerade passiert.

Ich habe Markus und seine Familie  vor 13 Jahren über einen Babytreff kennen gelernt. Mein Sohn Florian ist nur ein paar Wochen jünger als Markus.  Es entwickelte sich eine tiefe Freundschaft. Zu dem Zeitpunkt war von einer Erkrankung noch nichts bekannt oder zu bemerken. Die Diagnose erhielt die Familie, als Markus 2 ½ Jahre alt war. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie meine Freundin mir von der Diagnose erzählte. Seitdem war für die Familie nichts mehr wie vorher.

Unsere Familien stehen sich sehr nahe. Ich stehe hier wirklich als reine Privatperson, weil ich möchte, dass die Familie Unterstützung erhält. In den vergangenen Wochen wurde ich oft gefragt, wie ich zu dieser Spendenaktion gekommen bin. Ich mache dies, weil ich das Schicksal regelmäßig vor Augen habe und merke, dass die Familie an ihre Grenzen stößt und ihre ganze Energie dafür aufbringen muss, das Leben mit Markus zu meistern, wie sehr auch das Leben von dieser Erkrankung verändert wird . Emotional sowie finanziell.

In den ersten Jahren nach der Diagnose hat die Mutter alles Mögliche getan, um für die Forschung dieser seltenen Erkrankung Gelder zu sammeln. Einfach in der Hoffnung, dass es irgendwann ein Medikament gibt, was ihrem Sohn helfen kann. Sie hat im Laufe einiger Jahre mit vielen kleineren Aktionen an die 30.000 € für die Forschung, somit für den Verein „Aktion Benni & Co.“ gesammelt. Bis heute ist der Forschung leider nicht der erhoffte Durchbruch gelungen. Im Anschluss daran ist der Boxer Axel Schulz auf die Familie aufmerksam geworden. In einer riesigen Spendenaktion im Jahre 2004 sind in Kitzbühl über 21.000,00 € für Markus gesammelt worden, die damals vor allem für Umbauarbeiten für das Wohnumfeld von Markus gedacht war. Von dieser Summe ist leider bis heute kein einziger Cent bei der Familie angekommen. Die Eventfirma, die damals die Spendenaktion organisiert hat, ist kurz nach der Aktion in die Insolvenz gegangen. Axel Schulz, der sich damals als Freund von Markus bezeichnet hat und ihn auch nach der missglückten Spendenaktion weiter auf seinem Weg begleiten wollte, hat sich bis heute nicht wieder um die Familie gekümmert, geschweige denn, Gelder gespendet.

Daraufhin bin ich im November des letzten Jahres bei Facebook aktiv geworden, um ein paar Spenden zu sammeln, damit das Projekt „behindertengerechtes Auto“ ein wenig Unterstützung findet. Danke an alle, die schon damals gespendet haben!!!

Anfang dieses Jahres kam Mehmet Türün von der Pizzeria Ala Turka auf mich zu. Er teilte mir mit, dass er gerne diese Aktion unterstützen möchte, da es sich um einen Nordhorner Jungen handelt und er gerne vor Ort helfen möchte. So entstand der Spendenaufruf am Ostersamstag in den GN. Mehmet Türün sammelt seitdem unermüdlich in seinen Läden Spenden, die er regelmäßig dem Spendenkonto zukommen lässt. Danke auch hierfür!!!

Was dann geschah, kann ich gar nicht richtig begreifen:

Tom Wolf wurde auf diese Aktion aufmerksam und fing an, eine „kleine Spendenaktion“ zu planen. Was sich hieraus entwickelt hat, könnt Ihr auf dieser Seite sehen. Es ist der Wahnsinn, wie viele Menschen sich für diesen Spendenmarathon engagieren.

Von meiner Seite aus ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die diese Sache bislang unterstützt haben!!! 

Ich bin tief beeindruckt und berührt, was in Nordhorn und der Grafschaft auf die Beine gestellt wird.

Nun möchte ich zur Familie noch ein paar Worte sagen. Aufgrund der schweren Enttäuschung aus der Aktion vor 10 Jahren wollte die Familie nicht mehr für sich selbst in die Öffentlichkeit treten.  Aus diesem Grunde versuche ich mich jetzt als Sprachrohr.

Markus Eltern haben von dieser Aktion durch den Trailer in Facebook erfahren. Es wurde vorher eine  Anfrage an sie gestellt, ob sie mit einer Aktion, die Tom Wolf starten wollte, einverstanden wären.  Sie stimmten dem zu, nichtsahnend, was sich daraus entwickeln würde……was für unglaublich große Dinge mit Hilfe vieler Menschen auf die Beine gestellt wurden für ihren Sohn. Die gesamte Familie ist überwältigt und zutiefst berührt. Markus selber hat sich in den vergangenen Monaten verändert. Er wird mit den Reaktionen konfrontiert und freut sich einfach nur, (Zitat) „dass die ganze Stadt für ihn sammelt“. Er ist stolz, dass man ihn und seine Familie unterstützt. Markus Muskeln bilden sich immer weiter zurück. Er ist auf den Rollstuhl angewiesen.  Es stehen in naher Zukunft mehrere Termine u.a. in Spezialkliniken an, wo es um die weitere Versorgung/Behandlung im Rahmen der fortschreitenden Erkrankung geht. Es wird in naher Zukunft auf die Familie noch eine sehr schwere Zeit zukommen. Umso mehr gibt diese Aktion der Familie auch Kraft und Stärke, diese schweren Einschnitte gut zu überstehen. Diese Aktion ist also vielmehr als nur eine reine Spendenaktion.

Für mich als Mutter ist dies die schlimmste Krankheit, die einem Kind passieren kann. Man sieht jeden Tag, wie das eigene Kind bei klarem Verstand  immer schwächer wird und immer mehr Fähigkeiten verliert, während andere Kinder (gerade jetzt in der Pubertät) riesen Schritte ins Erwachsenenalter machen.

Ich bin beeindruckt von Markus, der mit seinen erheblichen Einschränkungen immer noch ein fröhlicher Junge geblieben ist.

Mir und meinen Kindern kommen sehr positive Reaktionen entgegen. Wir haben ein gemeinsames Thema – andere Dinge treten in den Hintergrund. Wir unterstützen uns gegenseitig bei dieser tollen Aktion.

Für mich ist Markus ein Motor für andere tolle Verbindungen. Er bringt Menschen zusammen.  Dieser Spenden-Marathon ist mit so vielen tollen Aktionen beispiellos angelaufen. Dadurch ist der Gedanke entstanden, ähnliche Aktionen zu wiederholen und weiteren Menschen in der Grafschaft zu helfen. Spenden bleiben in der Grafschaft und man sieht vor Ort, was damit geschieht. 

Wenn sich dieser Gedanke festigt, wäre Markus Vorreiter für ein Projekt, welches ungeahnte Ausmaße angenommen hat. Es wäre wunderbar, wenn die Grafschafter in diesem Sinne weiter machen.

Dieses Jahr für sammeln wir für Markus, und wer weiß, wer im nächsten Jahr an seiner Stelle stehen könnte und so viel Hilfe und Unterstützung erfahren darf!!

Ein wunderschöner Gedanke!
 
https://www.facebook.com/events/1580914402156833/

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