Elisa Buscher – Socialmedia mal anders

Schon lange schlummert dieser Text als Entwurf in meinem Kopf. Erst jetzt finde ich eine Veröffentlichung passend. Worum es geht: Viele Menschen denken bei dem Thema Socialmedia zuerst an Fashion-Blogger, Gewinnspiele, Facebook-Live-Events oder auch an Trump-Tweets. Eltern warnen die Kinder vor zu starkem Online-Konsum, Journalisten möchten nicht mehr auf diverse Recherchetools verzichten und Silver-Surfer (Internet-Nutzer ab einem Lebensalter von ca. 50 Jahren) freuen sich über die Möglichkeit mit den Enkeln in Übersee zu kommunizieren.

Instagramaccount von Elisa

Als elisabu6 pflegt Elisa einen Instagram Account

Aber Socialmedia kann auch anders und mehr! Elisa Buscher aus Nordhorn bekam im Herbst 2016 die Diagnose Lymphatische Leukämie. Sie entschied sich dazu, im Internet über ihre Krankheit zu schreiben. Zwar nutzte sie als junge Frau sowieso diverse Plattformen, aber seit der Erkrankung war die Intention eine völlig andere und das Internet verwandelte sich von der Informationsmaschine zum Ablenkmanöver und diente der Verarbeitung. Ein Grund für das „Öffentlichmachen“ der Krankheit war sicher, anderen Menschen Mut zu machen und sich nicht unterkriegen zu lassen.

Blog Elisa Buscher

Unter https://ichundvoldemort.weebly.com findet man Elisas Blog

Aber das reine Mutmachen online wandelte sich schon bald zusätzlich in eine Missions-Situation für die Follower, Leser und Abonnenten. Sie sah in Ihrem Auftreten eben auch den Auftrag für Gleichgesinnte zu kämpfen, aufzuklären und zu motivieren, sowie zu einem Teil auch Ängste und Gefühle zu äußern. Alles öffentlich zu machen, wäre keine Option. Denn es ist immer noch das Internet und nicht privat. Ein Tagebuch führt Elisa trotzdem.

Da unsere Tochter auf dieselbe Schule wie Elisa geht, und ich online stark unterwegs bin, kreuzten Elisas Postings, Blogeinträge und Bilder schnell meinen Weg und bewegten mich. Hatte ich doch seit dem Beginn meiner Selbstständigkeit hauptsächlich mit Firmen zu tun, die Socialmedia nutzen möchten…. nun sah ich plötzlich eine ganz andere Seite von Socialmedia. Eine heilende, aufklärende und zu diskutierende Seite. Ich habe nachgedacht, gespendet und meinen Dankbarkeitslevel noch mal nach oben geschraubt.

Neben einem Instagram-Account mit aktuell über 66.000 Abonnenten, schreibt sie in Ihrem Blog ICH UND VOLDEMORT Ihre Geschichte auf. Es gibt sie natürlich auch auf Facebook und sicherlich noch auf weiteren Plattformen, dort bleibt sie jedoch für sich und privat. Den intensivsten Kontakt pflegt sie denke ich über Instagram und über den Blog.

So eine öffentliche Krebs-Historie ist vielleicht nicht für jeden der richtige Weg. Und auch Elisa kommt an Grenzen, während sie Ihre Klausuren nachholt und dann trotz gesundheitlicher Fortschritte hier und da in ein Loch fällt. Aber auch das gehört dann eben dazu. Das wahnsinnige „Echo“ der Community, die zahlreichen rührenden Worte und auch die erlösenden Nachrichten, die diese Story begleiten wünscht sich so manch ein Firmenchef.

Apropos Firmenchefs…. ab einer bestimmten Größe, werden die Accounts z.B. auf Instagram ja als Influencer-Fundgruben angesehen. So bekommt man dann auch schon einmal Werbe-Aufträge oder wird von Herstellern von Produkten angesprochen, die aus der Situation auch Profit schlagen wollen. Natürlich sind das Begleiterscheinungen, mit denen ein so junges Mädchen auch erst einmal klar kommen muss (auch rechtlich). Aber da braucht man gute Berater und muss die Produkte gut auswählen, die der guten Sache letztlich auch dienen. Elisa ist dort sehr informiert und ist bislang lediglich kleine Kooperationen eingegangen, die wie Sie es beschreibt auch eine „Message“ verbreiten.

Immer wieder erwähnt Elisa, wie bereichernd und ermutigend der Zuspruch der Netzgemeinde ist. Mit der großen Reichweite konnte sie schon viele Infos zum Thema DKMS-Typisierung weitergeben. Das Thema Blutspenden ist ihr natürlich sehr wichtig. So hat sie es auch in dem Interview mit den Grafschafter Nachrichten Ende September 2017 gesagt. Zusätzlich unterstützt sie tolle Projekte wie Flugkraft  oder Blogger 4 charity und teilt vieles von DKMS Deutschland im Netz weiter.

Letztlich hat sie genau die Bedeutung von Socialmedia getroffen! NETZWERKEN, Menschen verbinden und Botschaften vermitteln. Ich bin schwer beeindruckt von dem Mut, sich mit sehr privaten Bilder am Tiefpunkt zu zeigen (der guten Sache willen). In meinen Erinnerungen konnte ich mit 18 online gerade mal am P64 Pac-Man gespielt. Die heutigen sozialen Medien so für sich zu nutzen und damit sich selbst und anderen was Gutes zu tun ist für so eine junge Frau sehr bewundernswert. Trotzdem darf man den Druck nicht vergessen, der durch so eine Aufmerksamkeit entsteht. Die Community will informiert werden und schreibt zugleich hunderte Kommentare, sollte mal eine Woche nichts passieren. ABER: Gott sei dank kann man das Smartphone abschalten und darf sich auf keine Fall diesen Zwängen hingeben. Krisenmanagement ist sowohl bei Facebook als auch im echten Leben eine Herausforderung. Aber man sollte da IMMER das reale Leben wertschätzen und vorziehen.

Der Blogbeitrag vom Januar 2018 besagt, dass alle Chemos erfolgreich überstanden sind und laut CT keine Tumorzellen mehr nachweisbar sind. Elisa hat die Höhen und Tiefen super gemeistert. Sie berichtet davon, dass es sicherlich auch weiterhin emotionale Achterbahnfahrten geben wird, aber so ist das Leben nun mal: nicht planbar und manchmal auch einfach richtig fies, oder eben richtig schön. Niemand von uns kann das nachvollziehen.

Ich als Mutter und Online-affine Fast-Silver-Surferin habe viel gelernt, über das Leben und auch über Socialmedia! Danke Elisa! #cancerfighter #cancerfight #fuckcancer

PS: Natürlich hat Elisa diesen Beitrag vor der Veröffentlichung quer gelesen und sich eingebracht. Socialmedia hat auch etwas mit Wertschätzung und Respekt zu tun. Socialmedia ist immer Dialog!

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